Deutsch

Bussum im Überblick

Geschichte von Bussum
Im Jahre 1306 wurde Bussum zum ersten Mal offiziell erwähnt. Auf historischen Karten ist Bussum als ausgedehnte Heidelandschaft eingezeichnet, mit hier und da ein paar kleinen Bauernhöfen, Schafspferchen und Wäldchen. Das am Fuße der Festung Naarden gelegene Bussum stand ab 1369 unter der Vorherrschaft der Nachbargemeinde. Nach jahrhundertelanger Unterdrückung gelang den vierhundert Einwohnern die Befreiung, und Bussum erlangte 1817 seine Eigenständigkeit.
Die Bussumer fristeten ein karges Dasein, so dass die Bevölkerung jährlich nur um zehn bis vierzehn Einwohner zunahm. Bis zur Errichtung der Eisenbahnlinie im Jahr 1874. Von nun an war die Großstadt Amsterdam besser erreichbar, und Bussum blühte endlich auf. Wohlhabende Familien mit hochdotierten Stellen in Amsterdam schätzten die Ruhe und Weitläufigkeit in der nahen Umgebung und ließen sich auf der großen Heidefläche nieder. So entwickelte Bussum sich zu einer typischen Pendlerstadt.
Die Jahre der Eigenständigkeit brachten viele Veränderungen mit sich. Das kleine Dorf auf der Heide wuchs im 20. Jahrhundert auf rund 31.000 Einwohner. In der Folge war eine Erweiterung der öffentlichen Einrichtungen unumgänglich. Auf relativ kleiner Fläche musste die Stadt verschiedensten Belangen gerecht werden: Wohnungsbau, Betriebe, Läden, Verkehr und Transport, Sport und Freizeit.

Entwicklung und Zukunft
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Bussum eine relativ große Stadt mit einem belebten Zentrum, einigen Industriebetrieben sowie Villenvierteln und grünen Vorstadtsiedlungen. Zu Ende der 60er-Jahre zählte Bussum rund 42.000 Einwohner. In den 80-er Jahren war eine hohe Abwanderungsrate zu verzeichnen. Der Bevölkerungsrückgang konnte in den 90er-Jahren gestoppt werden. Für die kommenden Jahre wird eine stabile Einwohnerzahl um die 31.000 erwartet.

Gesellschaft und Sozialleben
Da in Bussum auf sehr wenig Fläche rund 31.000 Menschen leben, weist die Gemeinde in jeder Hinsicht einen städtischen Charakter auf: verschiedene Einwohnergruppen, Baustile, Einrichtungen und wirtschaftliche Aktivitäten.
Ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für Bussum als Wohnort sind die Bahnhöfe, durch die die Stadt gut angebunden ist. Dies ist deshalb so bedeutend, weil der Straßenverkehr gerade in dieser Region sehr dicht ist.
Bussum weist eine hohe Bevölkerungsdichte auf. Mit 3881 Einwohnern pro km2 liegt Bussum an der Spitze aller Gemeinden in der Region Gooi. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte in den Regionen Gooi und Vechtstreek beträgt 1.275 Einwohner pro km2.
Die Vergreisung ist mit ca. 21 % ebenfalls sehr hoch. Bussum ist neben Laren die Gemeinde mit der höchsten Vergreisungsrate in der gesamten Region.
Gleichzeitig ist in Bussum eine starke Zunahme der jungen Bevölkerung festzustellen. Noch vor wenigen Jahren gehörte Bussum zu den drei Gemeinden mit der höchsten Vergreisung. Durch die seitdem verzeichnete Verjüngung wächst in Bussum der Bedarf an Schulen, Kinderbetreuungsstätten, Sporteinrichtungen usw.
Die Scheidungsrate entspricht genau dem Durchschnitt der Regionen Gooi und Vechtstreek. Dasselbe gilt für die durchschnittliche Familiengröße.
Bei der durchschnittlichen Anzahl Personen pro Haushalt weist Bussum mit 2,2 den niedrigsten Wert in der Region auf.
Das Wohnungsangebot entwickelt sich etwas schwächer als in den anderen Gemeinden der Region Gooi.
Die Qualität des sozialen und gesellschaftlichen Lebens ist zum Großteil ehrenamtlich geführten Einrichtungen zu verdanken. Durch die Veränderung der Lebenseinstellung hin zum Individualismus ist die Zukunft dieser Einrichtungen jedoch auch in Bussum sehr unsicher.
Obwohl die Gemeinde Bussum von der Fläche her nicht groß ist, weist sie doch viele städtische Eigenschaften auf. Die große Vielfalt an Bevölkerungsgruppen führt zu einer lebendigen Gemeinde. Es herrscht ein reges Vereinsleben, doch ist fraglich, ob sich auch in Zukunft genug ehrenamtliche Helfer dafür finden werden.

Kulturelles Leben
Bussum kann auf eine reiche kulturelle Vergangenheit zurückblinken: Schriftsteller (Nescio siedelte aus Amsterdam über), Musik (Vereinigungen mit bereits 100-jähriger Geschichte), Architekten (Häuser von De Bazel, Berlage, eine Kirche von Cuypers), Theater und Fernsehen (Wiege des niederländischen Fernsehens).
Auch heute hat Bussum auf kulturellem Gebiet einiges zu bieten: Sehenswürdigkeiten (das Villenviertel mit prächtigen Beispielen der Amsterdamer Schule ist eine einzige Sehenswürdigkeit), Theater (viele Schauspielgruppen und ein Theater mit regionaler Bedeutung), Musik, Malerei (viele Kunstwerke sind in öffentlichen Gebäuden ausgestellt), Kunst, Film usw.
Eine der bekanntesten Einrichtungen von Bussum ist Spant!
, das zu den zehn wichtigsten Veranstaltungszentren der Niederlande zählt. Außerdem dient Spant! als Schauspielhaus, so dass in Bussum viele Aufführungen stattfinden. Darüber hinaus zählt Bussum viele Musikgruppen verschiedener Richtungen, von Musikzügen und Showbands bis hin zu Kirchenchören, sowie verschiedene Theatergruppen für Jugendliche und Erwachsene, ein Kino, ein Theater und zwei Bibliotheken.

Stadtbild
Der alte Dorfkern ist noch gut zu erkennen. Das Straßenmuster und die Bausubstanz gehen auf das späte 19. Jahrhundert zurück. Entlang der engen Straßenzüge stehen dichtgedrängt historische Gebäude in verschiedensten Baustilen. Um das Zentrum herum liegen fächerförmig verteilt die grünen Vorstadtsiedlungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Jedes Viertel aus dieser Zeit weist jedoch seine eigene Bauweise auf, die meist die soziale Schicht widerspiegelt, für die jeweils gebaut wurde (von einfachen bis hin zu sehr vermögenden Leuten). So entstanden Stadtteile mit sehr unterschiedlichem Charakter. Der Baustil um 1900 mit freier Grundstückswahl ergab ein völlig anderes Bild als die Gebäude, die um 1930 unter strengen städtebaulichen Auflagen errichtet wurden.
Der südliche Stadtteil Bussum-Zuid stammt aus der Nachkriegszeit. Seine beiden Viertel knüpfen an das Konzept der grünen Vorstadtsiedlung an, aber auf andere Weise, nämlich im Stil des Wiederaufbaus. Daher finden sich in diesen Vierteln viele mehrstöckige Bauten, von Mehrfamilienhäusern bis hin zu kleineren Hochhäusern. Der Übergang dieser Viertel in die Bussumer Heide ist größtenteils von einfachen, in unregelmäßigen Reihen erbauten Häusern geprägt. Unberührte Natur und Wohngebiet gehen hier fließend ineinander über.
Seit 1965 ist Bussum nicht mehr gewachsen, doch dienen viele Örtlichkeiten nun anderen Zwecken, so dass ihre ursprünglichen Gebäude durch neue ersetzt wurden.

Is deze informatie nuttig?
Tekstgrootte